Die Linksfraktion macht sich mit einem Antrag dafür stark, die Ratssitzungen auch für direkte Bürgerbeteiligung zu öffnen. Während Besucherinnen und Besucher bislang noch auf die Rolle als passive Zuhörerinnen und Zuhörer beschränkt sind, soll nach den Vorstellungen der Linksfraktion im Rahmen der Ratssitzungen eine Einwohnerfragestunde abgehalten werden. Interessenten sollen so die Möglichkeit erhalten, ihre Fragen und Anliegen unmittelbar an Rat und Verwaltung zu richten und zur Diskussion zu stellen.
Die Linksfraktion erhofft sich hierdurch eine Belebung der politischen Debatte. Nicht zuletzt will die Fraktion der zunehmenden Entfremdung zwischen Politik und Bürgerschaft entgegen wirken. Die Schaffung von direkten Einbringungs- und Beteiligungsmöglichkeit ist dafür ein wichtiges Mittel. Das Instrument der Einwohnerfragestunde ist in vielen anderen Kommunen bereits gängige Praxis. Vor dem Hintergrund, dass sich in Wahlkampfzeiten auch einige andere Parteien in Bonn (Grüne, BBB) für die Fragestunde stark gemacht haben, hofft die Linksfraktion auf eine breite Zustimmung zum Antrag.
Der Antrag beinhaltet auch einen weiteren Aspekt: Nach dem Willen der Linksfraktion soll die Verwaltung prüfen, ob der Rat in Zukunft neben dem Stadthaus auch jedenfalls einmal im Jahr in jedem Stadtbezirk Bonns tagen kann. Die Linksfraktion würde es begrüßen, wenn der Rat mit der Einwohnerfragestunde seine Strukturen für interessierte Bürgerinnen und Bürger öffnet und gleichzeitig dieses Angebot dadurch unterstreicht, dass er einen Schritt auf die Bonnerinnen und Bonner zugeht.